Fachbegriffe

 

Das Bobath-Konzept ist ein weltweit in allen therapeutischen und pflegerischen Bereichen erfolgreich angewandtes Konzept zur Rehabilitation von Menschen mit einer Hirnverletzung. Diese Therapieform dient dazu, durch Fazilitation physiologischer Bewegungsabläufe alltägliche Aktivitäten zu verbessern. Dabei wird die Haltungskontrolle des Patienten gefördert und spezifische, funktionale Bewegungen werden unterstützt und beeinflusst.

Forced Use bedeutet «erzwungener Gebrauch». Bei dieser Methode wird die nicht oder weniger betroffene Hand zusammen mit der ganzen oberen Extremität der weniger betroffenen Seite fest eingebunden. Der Patient ist gezwungen, den betroffenen Körperteil zu benützen, um die vorgegebenen Bewegungsübungen auszuführen. Mit der betroffenen Hand oder dem betroffenen Arm werden bestimmte Aktivitäten und Übungen über einen längeren Zeitraum ausgeführt. Ziel dieses intensiven, wiederholten Übens ist es, die noch freien neurologischen Strukturen zu aktivieren.

 

Wolf Motor Function Test, WMFT (motorischer Funktionstest nach Wolf). Der WMFT wurde von Wolf (Wolf et al., 1989) entwickelt und von Taub (Taub et al., 1993) modifiziert. Er besteht aus 19 Aufgaben (funktionalen Bewegungen) für die obere Extremität, mit denen sowohl proximale als auch distale Muskelbewegungen überprüft werden.  Der Patient hat zwei Minuten Zeit, um jede Aktivität durchzuführen. Jede Aufgabe wird nach Qualität und Quantität der Bewegungen ausgewertet («Behandlung motorischer Störungen nach Schlaganfall – die Taubsche Bewegungsinduktionstherapie» – H. Bauder, E. Taub, W. Miltner).

 

Learned Non Use (gelernter Nichtgebrauch). Taub (1980) verwendete als
Erster die Formulierung «gelernter Nicht-Gebrauch», um damit zu beschreiben, dass der
hemiparetische Patient in der frühen Phase nach der Hirnschädigung lernt, die meisten
Verrichtungen des täglichen Lebens mit dem gesunden Arm zu erledigen. Den betroffenen
Arm setzt er in der Folge, selbst nach partieller oder weitgehender Erholung der Funktion,
nicht mehr ein.


Der Motor Activity Log (MAL) ist ein Fragebogen, der von Taub (Taub et al., 1993)
entwickelt wurde. Er erfasst, inwieweit der betroffene Arm funktional im Alltag eingesetzt
wird. Damit ist er ein wichtiges Instrument, um abzuschätzen, ob der Transfer neuer Bewegungs-
abläufe, die während der Therapie erworben werden, in die Alltagswelt des Patienten
gelingt. Die einzelnen Aufgaben beinhalten uni- und bilaterale Tätigkeiten, die von jedem
Menschen täglich mehrmals ausgeübt werden (z. B. aus einem Glas trinken oder eine Hose
anziehen). Der Test wird als strukturiertes Interview durchgeführt, und die Patienten sollen
anhand von Skalen die Funktionalität bzw. Bewegungsqualität (Quality of Movement, QOM)
und Bewegungshäufigkeit (Amount of Use, AOU) in der Verwendung des betroffenen Arms
im Alltag einschätzen.